Die geplante Neuregelung der Sportschifffahrtsverordnung bewegt die gesamte Wassersport-Community – von Sportbootschulen und Charterbetrieben über Marinas bis hin zu tausenden Aktiven auf dem Wasser. Der VMWD hat den Entwurf gemeinsam mit weiteren Partnern intensiv analysiert und gemeinsam eine klare Botschaft formuliert:
➡️ Ja zur Modernisierung. ➡️ Ja zur Harmonisierung. Aber nur mit praxisnahen Regeln, die Sicherheit UND die Bedürfnisse der Branche berücksichtigen.
Damit wir weiterhin sichere und attraktive Rahmenbedingungen für Wassersport, Tourismus und Ausbildung bieten können, braucht es Anpassungen in zentralen Bereichen:
1. Wassermotorräder nicht aus der Praxis drängen
Der Entwurf behandelt Jetskis deutlich restriktiver als andere Sportboote – das entspricht weder der Realität auf dem Wasser noch den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer. Wir fordern eine Gleichbehandlung mit Sportbooten, statt einer künstlichen Sonderkategorie, die das Wanderrevier faktisch abschafft.
2. Befähigungswesen modernisieren – aber Qualität sichern
Der Wechsel von amtlichen SBFs zu Verbandsscheinen darf weder die Ausbildungsqualität noch die internationale Anerkennung verwässern. Die Community braucht verlässliche Standards, transparente Prozesse und ein ICC, das direkt mit dem Befähigungsnachweis vergeben wird.
3. CE-Kennzeichnung ≠ Fahrtauglichkeitsnachweis
Die CE-Kennzeichnung sagt nichts über den Zustand eines jahrelang genutzten Bootes aus. Sie kann daher kein Fahrtauglichkeitskriterium sein. Wir setzen uns für realistische, überprüfbare und für Charterbetriebe wie private Skipper praktikable Lösungen ein.
4. Ausrüstung & technische Anforderungen praxisgerecht gestalten
Viele der vorgeschlagenen Regelungen bedeuten Bürokratie statt echter Sicherheit – etwa Gutachtenpflichten für Kanus oder Ausrüstungsvorgaben, die in der Praxis kaum umsetzbar sind. Wir brauchen risikoorientierte, realistische Vorgaben, die den Alltag der Branche respektieren.
5. Klare Regeln für Charterscheinstrecken & Gelegenheitsverkehr
Die Branche braucht Verlässlichkeit. Wir schlagen vor, auf Charterscheinstrecken auch Gelegenheitsverkehr auf Sportbooten zuzulassen – z. B. für Schulprojekte, Forschung oder Medienproduktionen. Das schafft Sicherheit und stärkt die wassertouristischen Regionen nachhaltig.
Die Stellungnahme im Wortlaut finden Sie hier!