Ein Blick in die Tiefe

Über die Zukunft des Tauchsportmarktes liegt mit einem Forschungsbericht der Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt jetzt eine aktuelle und aufschlussreiche Analyse vor, in der Dr. Wolf-Dieter Mell den Markt auf 114 Seiten durch leuchtet und interessante Aspekte für die Zukunft aufzeigt. In Auftrag gegeben hatte sie der Tauchsport-Industrieverband (tiv) im Bundes verband Wassersportwirtschaft (BVWW).

Über die Zukunft des Tauchsportmarktes liegt mit einem Forschungsbericht der Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt jetzt eine aktuelle und aufschlussreiche Analyse vor, in der Dr. Wolf-Dieter Mell den Markt auf 114 Seiten durch leuchtet und interessante Aspekte für die Zukunft aufzeigt. In Auftrag gegeben hatte sie der Tauchsport-Industrieverband (tiv) im Bundes verband Wassersportwirtschaft (BVWW).


Der Tauchsportsektor in Deutschland hat sich in den letzten 60 Jahren aus kleinen Anfängen bestens entwickelt. Bis 2009 ging es stetig bergauf. In dem Jahr ermittelte die Forschungsvereinigung für die Sportund Freizeitschifffahrt rund 420.000 deutsche Sporttaucher (190.000 Intensiv- und 230.000 Gelegenheitstaucher) – wobei das Kriterium für das Prädikat „intensiv“ der Besitz einer eigenen Ausrüstung ist, „Gelegenheit“ heißt, dass man sich die Ausrüstung ausleiht und höchstens Maske, Schnorchel und Flossen sein eigen nennt. Den ersten großen Ansturm erlebten Tauchsportvereine, -schulen und -geschäfte nach der Ausstrahlung der Cousteau‘schen Unterwasserexpeditionen im deutschen Fernsehen in den 1970er Jahren, wobei man sich nicht nur auf das Tauchen in heimischen Gewässern beschränkte, sondern auch im europäischen Ausland schwerelos unter Wasser unterwegs war. Besonders beliebt waren die Tauchbasen der Inseln Elba, Korfu, Mallorca und entlang der Costa Brava, die damals noch per Pkw angesteuert wurden. In diesen Jahren organisierten Tauchbasenbetreiber alljährlich für ihr Klientel große und rauschende Wiedersehensfeste im Spätherbst oder Winter, zu denen Tauchfreunde aus ganz Deutschland anreisten. Mit der Entwicklung des Flugtourismus‘ rückten zunehmend außereuropäische Tauchdestinationen in den Fokus, beispielsweise die Karibik, die Malediven, Australiens Great Barrier Reef und das Rote Meer. Letzteres als das noch nahegelegenste und preiswerte Fernziel sorgte insbesondere seit der Jahrtausendwende für eine zweite Ansturmwelle. Durch die instabile Sicherheitslage in Ägypten ist der gesamte Tourismus und mit ihm der Tauchsport in der Region stark eingebrochen, was wiederum zu leichten Einbußen bei den Tauchsportbilanzen im Allgemeinen geführt hat. 2014 ermittelte die Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt nur noch 406.000 deutsche Sporttaucher (177.000 Intensiv-, 229.000 Gelegenheitstaucher).

Aus dem aktuellen Forschungsbericht: Aufgrund des demographischen Wandels hat sich die Altersstruktur der aktiven Taucher seit 2009 verschoben – es gibt weniger junge Taucher (unter 45 Jahre) und mehr ältere Taucher (über 45). Ausnahme: Sehr viele weibliche Taucher legen im Alter zwischen 25 und 40 Jahren eine Familienpause ein, ab dem 50. Lebensjahr geben sie dann das Tauchen ganz auf. Bei den Gelegenheitstauchern ist eine überproportionale Zunahme älterer Taucher im Alter über 45 Jahren zu beobachten, was auf eine Reaktivierung ehemals inaktiver Taucher schließen lässt. Die Erstausbildung erfolgt bei den meisten Tauchern zwischen dem 15. und dem 35. Lebensjahr. Pro Jahr werden derzeit rund 40.000 deutsche Taucher erstausgebildet, von denen rund die Hälfte mittelfristig aktiv bleibt. Die Ausstiegsrate dieser Gruppe beträgt rund fünf Prozent pro Jahr. Es ist damit zu rechnen, dass mit dem demographischen Rückgang der Altersgruppe zwischen 15 bis 35 Jahren in den kommenden Jahrzehnten auch die Zahl der Erstausbildungen pro Jahr zurückgeht. 2014 ist die Anzahl der Tauchgänge der Gelegenheitstaucherfast so groß wie die der Intensivtaucher, zudem ist der Ausbildungsstand der Gelegenheitstaucher seit 2009 deutlich gestiegen. Der finanzielle Aufwand für den Tauchsport, so der aktuelle Forschungsbericht, hat sich vor allem bei den Gelegenheitstauchern seit 2009 erheblich verändert: Sowohl der Wert der eigenen Teilausrüstung 2009: 230 Euro, 2014: 500 Euro –, als auch die jährlichen Ausgaben dafür – 2009: 100 Euro/Jahr, 2014: 200 Euro/Jahr – sowie die Ausgaben für Kurse und Fortbildung – 2009: 100 Euro/Jahr, 2014: 200 Euro/Jahr – haben sich verdoppelt. Der jährliche Aufwand der Gelegenheitstaucher für Tauchreisen ist seit 2009 (im Mittel 200 Euro/Jahr) auf im Mittel 1.100 Euro/Jahr gestiegen. Aus diesen Zahlen hat die Forschungsvereinigung für die Sport- und Freizeitschifffahrt für Tauchausrüstung ein Marktvolumen von rund 120 Mio. Euro/Jahr, für Kurse und Fortbildung eines von rund 67 Mio. Euro/Jahr und für Tauchreisen eines von rund 590 Mio. Euro/Jahr errechnet.

Ob das in Zukunft auch so bleibt oder gar noch weiter ansteigt, hängt von mehreren Faktoren ab, wie dem demographischen Wandel, der allgemeinen Sicherheit in den einzelnen Tauchrevieren und nicht zuletzt der Begeisterung für das Sporttauchen. Diese wird schon seit Jahren auf der boot in Düsseldorf geschürt, 2017 in Halle 3 mit 380 Ausstellern auf 20.000 qm Fläche, einem gläsernen Tauchturm mit Demonstrationen, einem weiteren Tauchpool, in dem sogar Messebesucher abtauchen können, einer Info-Bühne sowie jeder Menge Action.

Aufgrund des demographischen Wandels in Deutschland, insbesondere wegen des Rückganges der für die Erstausbildung wichtigen Altersgruppe 15 bis 35, ist in den kommenden Jahrzehnten mit einem Rückgang der Erstausbildungen pro Jahr und als Folge mit einem Rückgang aktiver Taucher von etwa einem Prozent pro Jahr zu rechnen, blickt Dr. Wolf-Dieter Mell in die Zukunft des Tauchens. Der komplette Forschungsbericht steht unter www.bvww.org -> Forschung -> Forschungsprojekte -> Tauchen in Zukunft zum Download zur Verfügung.

Im Rahmen eines Symposiums anlässlich der boot 2016 hatten sich rund 60 Vertreter der Tauchbranche getroffen und gemeinsam über die Ergebnisse der Studie diskutiert. In den folgenden Monaten hat der Tauchsport-Industrieverband (tiv) auf der Grundlage der durch die Studie erlangten Erkenntnisse gezielte Werbemaßnahmen beschlossen und eingeleitet, die eine erfolgreiche Entwicklung des Tauchsports fördern sollen. Im Fokus der kürzlich begonnenen Werbemaßnahmen stehen insbesondere Social Media Aktivitäten, die eine zielgruppengerechte Ansprache ermöglichen.


Tauchsport-Industrieverband (tiv)

Der Tauchsport-Industrieverband ist die Interessenvertretung der Hersteller und Importeure von Tauchsportartikeln. Er wurde im April 2006 gegründet und hat derzeit neun Mitglieder. Vorsitzender des tiv ist Werner Thomaier (Aqua Lung GmbH), sein Stellvertreter ist Thomas Dederichs (BtS Europa AG). Der tiv versteht sich als Sammelbecken für alle Hersteller und Importeure, die bereit sind, den Tauch sport durch gemeinsame Aktivitäten voran zu bringen. Eine wesentliche Aufgabe ist die Durchführung von Forschungsprojekten zur Erkennung der Marktbedürfnisse und Förderung des Tauchsports sowie die Entwicklung gemeinsamer PR-Aktivitäten mit dem Ziel, die Faszination des Tauchsports in der Öffentlichkeit besser zu vermitteln und neue Personenkreise für den Tauchsport zu gewinnen. Weitere Informationen unter: <link http: www.tauchsportindustrieverband.de>www.tauchsportindustrieverband.de

 

Die Mitglieder im tiv:

Verband Deutscher Sporttaucher e.V.

In dem im Jahr 1954 gegründeten Verband Deutscher Sporttaucher e.V. (VDST) mit Bundesgeschäftsstelle in Offenbach sind über 80.000 Unterwassersport- Begeisterte in knapp 1.000 Tauchsportvereinen organisiert. Der VDST bietet in seinen Vereinen die besten Möglichkeiten, das Sporttauche zuverlässig und sicher zu erlernen und auszuüben. Der gemeinnützige Verband ist einziger deutscher Vertreter des Welttauchsportverbandes CMAS und bietet eine international anerkannte Brevetierung. Das hohe Qualitätsniveau der Ausbildung ist durch den Europäischen Tauchsportverband (EUF) zertifiziert und durch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lizenziert.
Geschäftsführer: Mark Niederhöfer. Info: Tel. 069 98 19 02 60; E-Mail: <link mail window for sending>Opens window for sending emailmark.niederhoefer@vdst.de; <link http: www.vdst.de external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.vdst.de; boot 2017: Halle 3, Stand B53/54.

PADI EMEA Ltd.

1966 gründeten John Cronin und Ralph Erikson als kleines Start-Up in den USA ein Unternehmen, das sich um einheitliche Standards für die Ausbildung von Tauchsportschülern sowie deren Zertifizierung kümmern sollte: PADI. Die Initialen stehen für Professional Association of Diving Instructors. Ein Jahr später
gingen sie mit den Reglements in den Markt, und Ende der 1960er Jahr hatten sie bereits 400 Tauchlehrer als Mitglieder gewonnen. Ende der 1980er Jahre hatte PADI den Aufstieg zur führenden Tauchsport-Trainingsrganisation der Welt geschafft. Heute kümmern sich 400 Mitarbeiter um die PADI-Belange, darunter die Ausgabe der Zertifikate für die Teilnehmer von Tauchsportkursen in aller Welt. Gut 24 Millionen Nachweise waren es seit der Gründung vor 50 Jahren, und weltweit haben sich 6.300 Tauchbasen mit 136.000 Tauchlehrern dem PADI-System angeschlossen.
Info: Territory Director PADI Europe; Middle East & Africa: René Bos; Tel. +44 117 300 7234; E-Mail: <link>rene.bos@padi.com ;<link http: www.padi.com external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.padi.com; boot 2017: Halle 3, Stand F 28.

International Aquanautic Club GmbH & Co. KG

Der International Aquanautic Club mit Sitz in Essen, von 1987 bis 2012 als Barakuda International Aquanautic Club firmierend, ging aus dem 1949 in Hamburg als Hersteller von Tauchausrüstung gegründeten Unternehmen Barakuda hervor. Heute kooperiert er mit 350 Tauchbasen und 4.000 Tauchlehrern für die gewerbliche Tauch- und Tauchlehrerausbildung sowie Tauchsportreisen nach eigenen Standards und nach CMAS Ausbildungsrichtlinien.
Info: Tel. 0201 67 00 49; E-Mail: <link>info@diveiac.de ;<link http: www.diveiac.de external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.diveiac.de; boot 2017: Halle 3, Stand C 24 und B 20.

Aqua Lung GmbH

Aqua Lung wurde 1943 in Frankreich von Yves Cousteau und Émile Gagnan gegründet, um den gemeinsam entwickelten Atemregler CG 45 zu vermarkten. Zahlreiche weitere Tauch- Accessoires und Gerätschaften folgten. Heute gilt das Unternehmen mit weltweit über 1.000 Mitarbeitern und sechs Produktionsstätten als Vollausrüster für den Tauchsport im zivilen und militärischen Bereich. Der Pioniergeist und der Spirit von damals finden sich noch heute in dem Engagement für Qualität und Innovation in der Entwicklung und Herstellung. 16 Niederlassungen gibt es mittlerweile rund um den Globus, die für Deutschland mit inzwischen 65 Mitarbeitern wurde 1968 in Singen etabliert. Für den deutschen Markt existiert ein umfassendes Netz ausgewählter Händler, Veränderungen sind derzeit nicht geplant.
Ansprechpartner für den Handel: Max Wittmer; Info: Tel. 7731 93 45 71; E-Mail: <link mail window for sending>Opens window for sending emailmax.wittmer@aqualung.de;<link http: www.aqualung.de external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.aqualung.de; boot 2017: Halle 3, Stand E 36.

Beuchat International S. A.

1934 von George Beuchat in Marseille gegründet, ist das französische Unternehmen der dienstälteste Anbieter von Tauchsportausrüstungen und der Pionier für die Entwicklung der ersten Neoprenanzüge, seinerzeit noch für reine Freitaucher, denn Gerätschaften wie Atemluftflaschen, Druckminderer und Lungenautomaten gab es damals noch nicht. Die bekannte Jet Fin-Flosse wurden ebenfalls von Beuchat entwickelt. Heute umfasst das Portfolio von Beuchat mit insgesamt 92 Mitarbeitern das Vollsortiment von der ABC-Ausrüstung (Maske, Schnorchel, Flossen) bis hin zu den Produkten für Gerätetaucher, Schnorchler, Freitaucher, Spearfisher, Schwimmer und Triathleten. Eine größere Veränderung des Händlernetzes ist nicht geplant, jedoch ist der strukturierte Ausbau des bestehenden Netzes vorgesehen.
Ansprechpartner für den Handel: Sales Manager Peter Krapf; Info: Tel. 0177 759 40 75; E-Mail: <link>pkrapf@beuchat.fr ;<link http: www.beuchat.fr>www.beuchat.fr.

BtS Europa

AG BtS Europa mit Sitz in Mönchengladbach wurde 1993 gegründet und hat heute 14 Mitarbeiter. Für Tauchsportler wird das volle Programm geboten. Durch den Kauf der Marke OMS und Sitzverlegung von New York nach Mönchengladbach wurde die Produktpalette als Vollausrüster erweitert, so dass aktuell eine Ausweitung des Händlernetzes stattfindet.
Ansprechpartner für den Handel: Victoria Müller-Donné; Tel. 02166 67 54 11 1209; E-Mail: <link mail window for sending>Opens window for sending emailv.donne@bts-eu.com; <link http: www.btseu.com external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.btseu.com; boot 2017: Halle 3, Stand E 05.

AC-Inox (Polaris)

AC-Inox (Polaris), 1987 gegründet und in Alsdorf bei Köln ansässig, bietet mit neun Mitarbeitern das volle Sortiment bis auf Atemregler. Das bestehende Händlernetz soll noch ausgebaut werden, Anfragen sind willkommen.
Ansprechpartner: Dennis Uerlings; Tel. 02404 903 26 60; E-Mail: <link mail window for sending>Opens window for sending emailDennis.Uerlings@polaris-diving.com; <link mail window for sending>Opens window for sending emailwww.polaris-diving.com; boot 2017: Halle 3, Stand G 58.

Johnson Outdoors Vertriebsgesellschaft mbH

Die Marke Scubapro, mit 43 Mitarbeitern vertreten für Nord- und Osteuropa durch Johnson Outdoors in Wendelstein bei Nürnberg, gibt es bereits seit 1963. Weltweit sind für den Vollausstatter 400 Mitarbeiter tätig. Veränderungen beim Händlernetz stehen derzeit nicht an, es soll jedoch bei passenden lokalen Marktbedingungen erweitert werden.
Ansprechpartner für den Handel: Kerstin Schmidt; Tel. 09129 90 99 50; E-Mail: <link>Kerstin.Schmidt@johnsonoutdoors.com ;<link http: www.seemannsub.de external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.seemannsub.de; boot 2017: Halle 3; Stand C 16.

Head Germany GmbH (Mares, SSI, rEvo)

Mares wurde 1949 von Ludovico Mares im italienischen Rapallo gegründet, war zwischen 1972 und 1990 als AMF Mares im Besitz von Austria Tabak und gehört seit 1996 als eigeneMarke zum österreichischen Head-Konzern, der sich auch in den Bereichen Tennis- und Skiausrüstung engagiert. Der deutscheMarkt wird von Mares Germany in Feldkirchen betreut. Im Januar 2014 erwarb der Head-Konzern das Ausbildungsunternehmen SSI ScubaSchoolsInternational, im Juli 2016 rEvo, einen Hersteller für Kreislauftauchgeräte. Das Portfolio mitProdukten aus den unterschiedlichenBereichen deckt die komplette Bandbreite der Taucher ab – für Schnorcheln, Schwimmen, Freitauchen, Tauchen, Technisches Tauchen, Kreislaufgerätetauchen. Dazu gibt es die passende Tauchausbildung. Weltweit gibt es 450 Mitarbeiter und 45 Distributoren.
Info: Michael Hiller; Tel. 089 909 995 85; E-Mail: <link mail window for sending>Opens window for sending emailm.hiller@de.mares.com; <link http: www.mares.com external-link-new-window external link in new>Opens external link in new windowwww.mares.com, boot 2017: Halle 3; Stand E 53; 54; 61 und 62.