Gesunder Verband mit viel Einsatz und großen Visionen

Die Jahresmitgliederversammlung des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) Ende Februar in Düsseldorf machte es deutlich: Der Verband ist gesund, schreibt Lobby-Arbeit groß und hat Visionen, aber auch viele Aufgaben für den Wassersport vor sich.

Die Jahresmitgliederversammlung des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) Ende Februar in Düsseldorf machte es deutlich: Der Verband ist gesund, schreibt Lobby-Arbeit groß und hat Visionen, aber auch viele Aufgaben für den Wassersport vor sich.

Wenn der Wirtschaftsprüfer strahlt, dann kann das bei einer Jahrershauptversammlung nur einen Grund haben, und den hatte Prof. Dr. Johannes Georg Bischoff: „Der Verband ist gesund, diese Bilanz hätten die meisten gern. Es macht Spaß, diese Zahlen hier vorzutragen“, berichtete Bischoff. Fast eine Million Euro Reinvermögen, 10.000 Euro mehr Überschluss als geplant und rosige Aussichten für 2016, so die Eckdaten der Bilanz. Durch die erfolgreichste boot seit Jahren steigt auch der Zuschuss an den idellen Trägerverband. Zusätzlich werden die Mitgliedereinnahmen ab 2016 steigen, da ab dem 1. Juli der Bundesverband Kanu, bisher Kooperationspartner, BVWW-Mitglied und Arbeitskreis im Verband wird. Das führte dann auch dazu, dass erstmals seit Jahren die Mitgliedsbeiträge nicht erhöht wurden. „Wir passen normalerwiese die Beiträge dem Werteverlust durch die Inflation an, aber wir haben ja gar keine Inflation“, so Schatzmeister Bernd Gröver.

Eine sichere finanzielle Situation und keine Beitragserhöhung sorgten dann auch für eine lockere Stimmung im Düsseldorfer Sitzungssaal. Doch die Aufgaben, denen sich die Branche stellen muss, sind groß. So soll im April das Wassertourismuskonzept vorgelegt werden, das die Bundesregierung bereits im Koalitionsvertrag angekündigt hatte. Aber das lässt auf sich warten. Ursache dafür, so wird vermutet, ist das „Blaue Band Deutschland“, ein Programm, an dem das Bundesministerium für Umwelt (BMUD) und das Bundesministerium für Verkehr (BMVI) seit rund einem Jahr arbeiten. Als Berater dazu gehört worden sein sollen die Umweltschutzorganisiationen, der Wassersport aber wurde nicht angehört.

Aus inoffiziellen Quellen stammt daher die Information, dass inzwischen 600 Kilometer der 2.800 Nebenwasserstraßen renaturiert und damit den Vorgaben der Umweltschutzverbände angepasst werden sollen. Eine Nichtanhörung der Wassersportverbände und des Wassersporttourismus unterstellt somit, dass Wassersport und Umweltschutz sich widersprechen. „Wir haben mit den Endverbraucherverbänden, Wirtschaftsverbänden, dem ADAC und vielen anderen Konzepte für den Betrieb und die Verwaltung der Nebenwasserstraßen erstellt. Da kann es nicht sein, dass wir nicht einmal angehört werden“, so BVWW-Geschäftsführer Jürgen Tracht. Er erhielt von der Jahreshauptversammlung den Auftrag, diese Mitarbeit und Anhörung einzufordern.

Die übergreifende Werbung für den Wassersport mit der Aktion „Start boating – Entdecke eine neue Welt“ ist ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsarbeit. Mit weiteren sechs Partnern arbeitet der BVWW an einer gemeinsamen Kampagne für den Wassersport, die der Unterstützung der gesamten Branche bedarf, um eben für diesen gesamten Wassersport zu werben. Kaum zu erzielen sind dabei sicherlich die Reichweite und der Erfolg einer entsprechenden Kampagne der Caravan-Branche. Doch große Visonen gehören zu einem erfolgreichen Verband. Und kleine Schritte müssen gegangen werden, um große Ziele zu erreichen.

Dabei darf sich der Verband auch in den nächsten Jahren der Unterstützung der boot Düsseldorf sicher sein. Messechef Werner Dornscheidt sagte dem Präsidium und den Landesdelegierten die treue Partnerschaft der boot zu und bedankte sich beim BVWW-Vorsitzenden Robert Marx für die gute Zusammenarbeit. Die schlägt sich auch in der Tatsache nieder, dass die nächste Jahreshauptversammlung auf der boot stattfinden wird. Ein Großteil der Mitglieder ist Aussteller auf der boot, so dass sich die Jahrehauptversammlung gut in die Messe integrieren lässt. Dazu wurde die Satzung geändert und das Geschäftsjahr auf den Zeitraum 1. November bis 31. Oktober umgestellt. Die nächste Jahreshauptversammlung findet am Freitag, 27. Januar, auf der boot 2017 in Düsseldorf statt.

Weitere wesentliche Aufgaben des BVWW:
– rechtliche und umsatzsteuerliche Beratung,
– Professionalisierungsangebote,
– Zertifizierungen und Qualifikationskennzeichnungen
– umfangreiche Interssensvertretung
– Arbeitskreise Charterboot, Bootsmotoren, Yachthafenbau,
Seenot-Rettungsmittel, Tauchsport und Sachverständige
– Vertretung in nationalen und internationalen Organisationen