Teak - edles Holz aus zweifelhaften Quellen?

ICOMIA rät Bootswerften zu genauer Dokumentation der Herkunft, um sich vor dem Vorwurf des Schmuggels abzusichern


Teak ist im Bootsbau ein beliebtes Material. Insbesondere bei teuren Schiffen ist es aufgrund seiner Eigenschaften geschätzt: Teak ist ein ausgesprochen widerstandsfähiges Holz bei zugleich attraktiver Optik. Seine robusten Eigenschaften machen es prädestiniert für den Einsatz im Bootsbau, da (Salz-)Wasser und die Sonneneinstrahlung das Decksmaterial stark belasten.

Seit einiger Zeit ist Teak jedoch in die Kritik geraten – genauer gesagt: die fragwürdigen Methoden bei der Abholzung. Seit 2013 darf Holz nur noch nach den Bestimmungen der EUTR (European Timber Regulation) in Verkehr gebracht werden, dies gilt sowohl für den Rohstoff Holz wie auch für Holzerzeugnisse aller Art. Der Verkauf von illegal geschlagenem Holz soll durch diese Maßnahmen verhindert werden. Diese EU-Holzhandelsverordnung verpflichtet Unternehmen, die Holz oder Holzprodukte erstmalig auf den europäischen Markt bringen, zum Nachweis, dass das importierte Holz aus legalem Einschlag stammt. Holz wird jedoch im Rahmen von Auktionen verkauft, somit kann der Nachweis meist erst mit Abschluss des Kaufvertrags im Rahmen der Auktion erfolgen. Dokumente, die die Einschlagsregion deutlich machen, finden sich oft nicht. Genau hier liegt die Gefahr für Holz-handelnde Unternehmen: Trotz hoher Sorgfaltspflicht ist der exakte Ursprung oft nicht nachvollziehbar, was einen Verstoß gegen Artikel 6 des EUTR bedeutet.

Händler, also Wirtschaftsbeteiligte, die bereitsin den Verkehr gebrachtes Holz und Holzerzeugnisse auf dem Binnenmarkt verkaufen oder ankaufen, müssen die Rückverfolgbarkeit gewährleisten, indem sie Informationen über ihre Lieferanten und Abnehmer dokumentieren, um das Risiko von illegal geschlagenem Holz zu minimieren.

Die Verantwortung liegt somit zunächst beim Importeur. Die Bootswerft, die das Material verarbeitet, verlässt sich in diesem Fall auf die Angaben des Importeurs und trägt nicht die direkte Verantwortung. Dennoch sollten auch die verarbeitenden Unternehmen unbedingt darauf achten, wo das verwendete Holz herkommt – und dies akribisch dokumentieren.

Anfang des Jahres hat die EIA, die Environmental Investigation Agency, zwei britischen Yachthersteller die Verwendung von illegal geschlagenem Holz vorgeworfen. Eine besondere Dynamik entsteht hierbei für die europäischen Unternehmen, die auch den US-amerikanischen Markt beliefern: Nach dem amerikanischen Lacey Act sind die Unternehmen in der Verantwortung, die Holz oder Holzprodukte auf den amerikanischen Markt bringen – in diesem Fall also auch die Bootswerft. Sie bekommt somit die gleiche Rolle und die gleichen Aufgaben wie die Importeure zugeteilt. Wird nun ein Schiff mit Teakprodukten in die USA verkauft, macht sich die Werft unter Umständen strafbar, da der Verkauf in dem Fall als Schmuggel gilt.

Um eventuelle Schwierigkeiten von der Branche abzuwenden, rät die ICOMIA zu folgenden Maßnahmen:

• sich der eigenen Rolle im Prozess bewusst werden
• alle Dokumente, die den Holzkauf belegen, sorgfältig verwahren
• die Dokumente mindestens fünf Jahre aufbewahren
• Lieferkette grafisch darstellen, um den Ursprung zu belegen
• sogenannte „risk reviews“ durchführen, z.B. unter globalforestregistry.org
• verwendete Holzarten in den Produktdetails angeben

Zu guter Letzt rät die ICOMIA: „Wenn der Ursprung des Holzes nicht nachvollzogen werden kann, kaufen Sie es nicht.“