Ausbildung im Bootsbauhandwerk
Theorie trifft Praxis
Der Beruf des Bootsbauers zählt zu einem der ältesten der Welt, denn die Menschen haben immer auf Booten und Schiffen Meere, Flüsse und Seen befahren. Die Faszination des Berufes liegt eindeutig in der Vielfalt. Die Auszubildenden lernen nicht nur den Umgang mit den verschiedenen Materialien GFK, Holz, Verbundwerkstoff und Metall, sondern ihnen wird auch beigebracht, Zeichnungen zu verstehen und danach Boote zu bauen. In der Lehre zum Bootsbauer kann man zwischen zwei Fachrichtungen wählen: Zum einen Neu- Aus- und Umbau und zum anderen Yachttechnik. Die Lehrzeit beträgt in der Regel 3,5 Jahre.

Warum eine Ausbildung im Bootsbau?
Seht selbst!
Maike Wohlfahrt
Ausbildung Bootsbauerin Yachttechnik

“Die Bootsbau Ausbildung ist so vielfältig, dass ich fast täglich etwas Neues lerne. Als Yachttechnikerin erlerne ich viele Fähigkeiten, die in der Zukunft immer gefragter sein werden und im Vergleich zum Studium sehe ich am Ende des Tages genau vor mir, was ich geschaffen habe. Als Seglerin profitiere ich außerdem auch privat von der Ausbildung.”
Der Beruf Bootsbauer:in
Ein facettenreicher Mix aus Tradition und Moderne
Bootsbauer üben ein wichtiges Handwerk aus. Du bist verantwortlich für den Bau, die Reparatur und die Wartung von Booten und anderen maritimen Fahrzeugen. Die Arbeit erfordert ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und technischem Verständnis. Es ist auch ein Beruf mit viel Tradition und Geschichte, und viele Bootsbauer sind stolz darauf, Teil dieser Branche zu sein. Für Menschen die gerne mit Ihren Händen arbeiten, sich technischen Herausforderungen stellen und ein Faible für Boote haben, ist der Beruf des Bootsbauers eine perfekte Wahl.
Corvin Schmieding
Ausbildung Bootsbauer für Umbau/Neubau

„Am Bootsbau erfüllt mich, ein Teil der Abenteuer zu werden, die ein Boot bestreiten wird. Die vielseitigen Anwendungen fordern dabei meine Kreativität und handwerkliches Geschick. Im Bootsbau beschäftigen wir uns vom Holz über Metall bis zum Kunststoff mit vielen unterschiedlichen Materialien und Techniken. Dabei ist es möglich, richtig kreativ zu sein. Hier kann ich meine Liebe zum Handwerk und Wasser ausleben .“
Die Ausbildung zum Bootsbauer
Ein Handwerksberuf mit viel Abwechslung
Die Ausbildung zur Bootsbauer:in ist eine duale Ausbildung, die praktische und theoretische Kompetenzen vermittelt. Die Ausbildung dauert in der Regel dreieinhalb Jahre und findet in Betrieb und Berufsschule statt. Die Auszubildenden lernen, wie man Boote und andere maritimen Fahrzeuge konstruiert, repariert und wartet. Wie man mit verschiedenen Werkstoffen wie Holz, Metall oder Kunststoffen arbeitet und wie man verschiedene Techniken wie das Laminieren oder Schweißen anwendet. Die Ausbildung beinhaltet auch grundlegende Kenntnisse in den Bereichen Mathematik, Physik und Technik sowie in den Bereichen Arbeitssicherheit und Umweltschutz. Nach Abschluss der Ausbildung können Bootsbauer:innen in verschiedenen Bereichen der Bootsindustrie arbeiten, wie beispielsweise im Schiffbau, im Yachtbau, im Reparatur- und Wartungsbereich oder in der Herstellung von Bootszubehör. Es gibt auch die Möglichkeit, sich nach Abschluss der Ausbildung weiterzubilden und beispielsweise einen Meisterbrief zu erwerben oder ein Studium im Bereich Schiffbau oder Mechatronik aufzunehmen.
FAQs zur Ausbildung
Kann man sich im Bootsbau spezialisieren?
Der Beruf des Bootsbauers ist sehr vielseitig und man kann sich zwischen zwei Fachrichtungen entscheiden.
Yachtbau
Nach dreieinhalb Jahren kann der Bootsbauer der Fachrichtung Neubau/Ausbau/Umbau ein Boot bauen. Er lernt dafür eine Konstruktionszeichnung zu lesen und den Umgang mit den Werkstoffen Holz, Metall, GFK und Faserverbundstoffen. Die Arbeiten mit den hochfesten Verbundswerkstoffen spielen dabei eine immer größere Rolle. Sie sind die Grundlage für den Bau von modernen Yachten und einzelnen Komponenten.
Yachttechnik
Yachttechniker lernen Allrounder zu sein und erfüllen wichtige Aufgaben in den Werften bei Neubau, Service und Refit. Ihre Ausbildung ist besonders vielseitig, denn ihr Aufgabengebiet erstreckt sich von den Grundlagen des Bootsbaus über Elektronik, Elektrik, Hydraulik und Rigg bis hin zum Yachtmotor und anderen technischen Systemen an Bord. Für Yachttechniker gibt es viel zu tun, denn die Technik auf Yachten wird immer umfangreicher und komplexer.
Welche Inhalte werden in der Ausbildung vermittelt?
Die Inhalte sind in der Ausbildungsverordnung und dem Rahmenlehrplan festgelegt.
Ausbildungsverordnung herunterladen Rahmenlehrplan herunterladen
Wo finde ich einen Ausbildungsplatz?
Der VMWD hat über 700 Mitglieder, von denen über 100 Betriebe Ausbildungsplätze im Bootsbau anbieten. Hier findest Du alle VMWD-Mitgliedsunternehmen in den beiden Fachrichtungen Neubau/Ausbau/Umbau und Yachttechnik:
Eine aktuelle Stellenbörse findest Du zudem hier:
Gibt es Förderungen für die Fahrtkosten?
Müssen Jugendliche umziehen und die Heimatregion verlassen, um eine Berufsausbildung beginnen zu können, bekommen sie ab 1. April 2024 einen Zuschuss zu den Familienheimfahrten. Hier gibt es nähere Infos zur Förderung:
Geht es in der Schulausbildung sehr theoretisch zu?
Nein, der Schulalltag ist sehr von der praktischen Anwendung des Gelernten geprägt. Neben den Unterrichtsstunden in den Werkstätten, finden auch tolle Projektreisen statt. Diese beiden Reiseberichte zeigen wunderbar, wie man sich das vorstellen kann:
Mit der Crew der 21.4 auf zu neuen Ufern Projektfahrt der Bo 21.2 auf dem Großsegler Ryvar
Wo sind die Berufsschulen?
Es gibt drei Berusschulen, die Bootsbauer ausbilden.
Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck
Schulleiter: Feierabend, Werner
Firma: Berufsschule der Handwerkskammer Lübeck
E-Mail: feyerabend@lbs-bootsbau.de
Wiekstraße 5
23570 Lübeck-Travemünde
Tel: +49 4502 887 430
E-Mail: info@bs-hwk-luebeck.de
Homepage: www.berufsschule-der-handwerkskammer-luebeck.de
Schiffer Berufskolleg Rhein
Schulleiter: Paulus, Klaus
Firma: Schiffer-Berufskolleg RHEIN
E-Mail: paulus@schiffer-bk.eu
Bürgermeister-Wendel-Platz 1
47198 Duisburg-Homberg
Tel: +49 (0) 2066 2189 0
E-Mail: info@schiffer-bk.eu
Homepage: www.schiffer-bk.de
Berufsbildende Schulen für den Landkreis Wesermarsch
stellvertretender Schulleiter: Nebert, Patrick
Firma: Berufsbildende Schulen für den Landkreis Wesermarsch
E-Mail: pnebert@bbs-wesermarsch.de
Gerd-Köster-Straße 4
26919 Brake
Tel: +49 4401 922 131
E-Mail: info@bbs-wesermarsch.de
Homepage: https://www.bbs-wesermarsch.de/berufsausbildung/
Wie läuft die Ausbildung ab?
Auf der Seite vom ZDH gibt es eine gute Zusammenfassung mit allen Eckdaten.
Wie ist der Weg zum Bootsbaumeister?
Da der Beruf des Bootsbauers nach der Handwerksordnung unter die Anlage „A“ fällt, ist der Meistertitel die Voraussetzung für die Selbstständigkeit. Für die Meisterprüfung ist die bestandene Gesellenprüfung Voraussetzung. Die Anforderungen und Details sind in der Handwerksordnung und in der Meisterprüfungsordnung für Bootsbau geregelt. Üblicherweise bereitet man sich mit Hilfe von Meisterkursen auf die Prüfung vor.
Kann man Schiffbau auch studieren?
Vorrangiges Ziel des Bachelor-Studienganges Schiffbau ist die Befähigung eines folgenden Masterstudienganges. Das Studium beginnt mit der Vermittlung von mathematisch-naturwissenschaftlichen und ingenieur- wissenschaftlichen Grundlagen. Später kommen Kenntnisse und Fähigkeit hinzu, die speziell dem Schiffbau zuzuordnen sind. Hier finden Sie die Studienziele Schiffbau und die Studienorte.
Allgemeine Informationen sind bei der Budesagentur für Arbeit zu finden:
Die Hochschule in Southampton bereitet die Studierenden in drei Studiengängen fokussiert auf den Bereich Yachtbau vor, der Studiengang Yacht und Powercraft Design wird in der Branche respektiert.
- MSc Sustainable Marine Craft and Superyacht Design
- BEng (Hons) Yacht and Powercraft Design
- BEng (Hons) Yacht Design and Production
Betriebsnachfolge: der VMWD berät und hilft.
Nachfolgesuche ist nicht immer einfach und ist wird im Zuge der gesellschaftlichen Alterung immer wichtiger. Doch wie findet man sich?
Die Betriebsnachfolge ist ein schwieriges Thema, denn auf der einen Seite gibt es viel Angebot, auf der anderen Seite gibt es viele Suchende. Diese finden aber oft nicht zueinander.
Wir wollen helfen, die Hürden abzubauen und Ihnen als Suchender und auch Anbieter schneller zum Ziel zu kommen.
Dazu stellen wir in Kürze an dieser Stelle verschiedene Themen und Inhalte zur Verfügung. Schauen Sie also gerne wieder vorbei.
herzlichst
Johannes Christophers






